Hier lacht der Familienforscher

Jeder, der sich mit Familienforschung befasst, hat schon einmal die Hilfe eines Pfarramtes in Anspruch nehmen müssen. Bei Anfragen kommt es immer darauf an, möglichst präzise sein Anliegen vorzutragen. Dass das nicht immer ganz einfach ist, zeigen folgende Briefausschnitte an einen Pfarrer:

1."...Senden Sie mir bitte meine Geburt. Zweck ist die Eheschließung. ..."

2."...Da ich in Hannover keine Kenntnisse besitze, komme ich mit meiner Geburt zu Ihnen. ..."

3."...Heute komme ich zu Ihnen mit einer Angelegenheit, die Sie aber gar nichts angeht. Ich brauche nämlich meine Großmutter..."

4."...Ich bin ein Hochzeitskind. Am Tage der Hochzeit meiner Eltern  wurde ich geboren, meine Eltern getraut und ich getauft. ..."

5."...Sodann bitte ich um Auskunft, ob in den dortigen Sterberegistern mein Großvater erscheint. Er starb von 1821 - 1851...."

6."...Helfen Sie mir bitte zu meiner Großmutter. Sie soll sich im dortigen Kirchenbuch befinden. ..."

7."...Ich quäle mich schon seit Jahren mit der Geburt meines Großvaters. Wollen Sie mich bitte dabei unterstützen?..."

8."...Meine Großmutter ist auch schon 1860 in der alten Gartenkirche geboren gewesen, weil sie aber nicht mehr existieren soll, bitte ich Sie um die Zuständigkeit. ..."

Ganz kompliziert wird es bei folgendem Fall:

"Sehr geehrter Herr Pfarrer!

Wie Sie wissen, habe ich eine Witwe geheiratet mit einer zwanzigjährigen Tochter. Die hat dann mein Vater geheiratet. Mein Vater wurde also mein Schwiegersohn, meine Stieftochter meine Mutter. Als meine Frau den Jungen kriegte, war das der Schwager meines Vaters und gleichzeitig mein Onkel(als Bruder meiner Stiefmutter). Nun hat meine Stiefmutter, die ja zugleich meine Stieftochter ist, vorgestern ebenfalls einen Jungen bekommen, und der ist nun also sowohl mein Bruder als auch mein Enkel!

Ich selbst aber bin der Mann meiner Frau und ihr Enkel(als Sohn ihres Schwiegersohnes). Meine Frau ist meine Großmutter(als Mutter meiner Stiefmutter). Und da der Mann meiner Großmutter mein Großvater ist, bin ich nun mein eigener Großvater.

Bitte, wann kann ich einmal bei Ihnen vorbeikommen?

Postkarte genügt.

..."

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